mal wieder ein buch lesen

30 minuten:

ich habe mir gestern ein Buch gekauft. „Leben“ von Karl Ove Knausgard. Keine Ahnung, ob es mir gefallen wird und ich am Ende so unfassbar begeistert sein werde, wie die Literaturkritiker, die den Buchrücken betextet haben. Mir ging es darum, nochmal ein richtiges Buch in der Hand zu halten und – wann immer ich die Zeit finde – in einer anderen Welt zu verschwinden. Das habe ich nämlich schon seit dem Herbst nicht mehr geschafft.

Denn Bücher lesen ist ein Luxus. Wenn der Job nervt, die Kinder quengeln und die Wohnung im Chaos versinkt, gibt es dringenderes zu tun, als sich mit einem dicken Schmöker auf dem Sofa einzuigeln. Außerdem liest man ja auch, wenn man sich auf dem Smartphone schnell durch Spiegel online scrollt. Und die Protagonisten, die derzeit die Nachrichtenlage prägen, stehen den absurdesten Romanfiguren in nichts nach.

Trotzdem: Nachrichten checken ist nicht das gleiche wie ein Buch lesen. Zeitschriften blättern auch nicht, wenngleich es ebenfalls entspannend und interessant sein kann. Selbst ein guter Film oder eine tolle Serie ersetzen nicht das Kopfkino, das ein Roman anschalten kann. Und – selbstverständlich kommt das an dieser Stelle – es ist auch alles nicht so gesund!

Bücherlesen stimuliert unsere Gehirnzellen. Es verbessert Vokabular, Verstand und Konzentration sowie das kritische Denken. Auch unsere emotionale Intelligenz wird verbessert, zitiert das Deutschlandradio Kultur die Autoren einer US-Studie. Das alles steigert unsere Lebensdauer: Denn,wer täglich mehr als eine halbe Stunde schmökert, lebt fast zwei Jahre länger als jemand, der nie ein Buch liest, fanden die Forscher der Universität Yale in ihrer Untersuchung mit über 3600 Teilnehmern heraus. Und schon eine halbe Stunde bringt was.

Die Zeit könnten wir uns eigentlich jeden Abend nehmen, wenn es zu spät ist zum Arbeiten, zu dunkel zum Staubwischen, die Kinder schlafen und es im Fernsehen ohnehin nichts Gescheites gibt.

About Nicole

Ich bin Nicole, Medizinwissenschaftlerin und Journalistin. Seit fast zehn Jahren schreibe ich über die Themen Medizin, Psychologie und Ernährung. Meine wichtigste Erkenntnis: Nur wenn wir uns im Alltag genug Zeit für uns selbst nehmen, geht es uns gut. In meinem Blog findet ihr Ideen, Gesundheits- und Wohlfühltipps, die guttun und ohne großen Zeit- und Arbeitsaufwand realisierbar sind, sondern einfach und schnell: in einer Minute, in fünf, zehn oder fünfzehn. Darum heißt er me-minutes.

2 Responses

  1. […] Wir sollten vielleicht weniger putzen und unsere Zeit lieber mit Dingen verbringen, bei denen ein plötzlicher Tod ehrenhafter wäre: andere glücklich machen zum Beispiel, einen Bestseller schreiben, reisen oder einfach mal wieder ein gutes Buch lesen (die Betonung liegt auf „gutes“! Bei der Lektüre von „Fifty Shades of grey“ zu sterben, fände ich nicht weniger peinlich, als im Putzwasser auszurutschen.). Dann stünde in der Todesanzeige zum Beispiel: „Starb plötzlich und erwartet beim Leben„. […]

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