pausen machen

1 minute:

mein Kind hat die Pause für sich entdeckt. Seither macht es sie ständig: Auf dem Nachhauseweg in allen Hauseingängen. Beim Strumpfhoseanziehen, wenn das erste Bein geschafft ist. Auf der untersten Treppenstufe, nachdem es den Knopf für den Lift gedrückt hat. „Pause machen!“, sagt es dann bestimmt. Auch Affe und Bär machen jetzt ständig Pause: Im Wäschekorb, auf dem Sofa oder auf einem kleinen Kissen, das plötzlich mitten im Wohnzimmer liegt.

Ich habe eine kurze Weile versucht, diese Pausen zu ignorieren. Bin einfach weitergegangen, habe versucht, schnell das zweite Bein in die Hose zu stecken oder bin in den Lift gestiegen. Ich habe die Wäsche gefaltet, mir meinen Platz auf dem Sofa zurückerkämpft und den Wohnzimmerboden aufgeräumt. Es ist nie gut gegangen. „Nein, Mama! Pause!“, sagte das Kind dann, „Hör auf!“ oder „Was soll das!“ Dann kamen die Trotzphasen-Wuttränen. Denn Pausen sind dem Kind gerade sehr wichtig – und eigentlich hat es ja recht.

Ich versuche jetzt auch, wann immer sich die Möglichkeit ergibt, bewusst eine kleine Pause einzulegen. Eine Minute einfach mal stehenbleiben, innehalten, durchatmen, sich selbst wahrnehmen. Manchmal auch nur eine halbe. Länger nicht. So viel Zeit muss sein, mehr wäre ohnehin nicht drin.

About Nicole

Ich bin Nicole, Medizinwissenschaftlerin und Journalistin. Seit fast zehn Jahren schreibe ich über die Themen Medizin, Psychologie und Ernährung. Meine wichtigste Erkenntnis: Nur wenn wir uns im Alltag genug Zeit für uns selbst nehmen, geht es uns gut. In meinem Blog findet ihr Ideen, Gesundheits- und Wohlfühltipps, die guttun und ohne großen Zeit- und Arbeitsaufwand realisierbar sind, sondern einfach und schnell: in einer Minute, in fünf, zehn oder fünfzehn. Darum heißt er me-minutes.

2 Responses

  1. Ja, die Phase kenne ich. „Mama, Pause!“ Ich nehme mir auch immer wieder vor, bewusst Pausen zu machen, aber das fällt mir in meinem vollgestopften Alltag verdammt schwer. Am besten gelingt mir meine persönliche Yoga-Pause früh am Morgen, wenn alle noch schlafen. Das muss dann reichen bis zum Abend 🙂

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  2. Ach ja, wenn meine Große Pause machen will – bei den Hausaufgaben, beim Essen, bei sonstwas – macht mich das oft wahnsinnig. Ich bin dazu übergegangen, diese Zeit zu nutzen: Die Küche aufräumen, schnell übers Waschbecken wischen, den Tisch abwischen etc. Mach ich auch, wenn sie trödelt. Und sie trödelt eigentlich immer. Seither bin ich entspannter, weil ich etwas zu tun habe und die Zeit sinnvoll nutze. Und ich habe das Gefühl, seither ist sie auch oft schneller fertig – weil ich nicht die ganze Zeit neben ihr stehe und sie antreibe.

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